Angst und Panik

"gesunde" Angst - Realangst

Angst ist die natürliche Reaktion des Menschen auf Gefahren. Sie äußert sich auf allen Ebenen unseres Verhaltens und Erlebens:

  • im kognitiven und emotionalen Bereich: dies betrifft Denken, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und gefühlsmäßiges Erleben, z. B. Einengung der Wahrnehmung auf gefahrenrelevante Reize, Einengung des Denkens und Fühlens bei Befürchtungen, selektives Lernen und Erinnern, ½ im Verhalten: meist Flucht oder Vermeidung und
  • auf der körperlichen Ebene: Alarmreaktionen im sympathischen Nervensystem mit Symptomen wie z. B. Herzrasen, Schwitzen, Beschleunigung des Atmens, Zittern.

Angst ist dem Menschen einerseits als natürliche Anpassungsleistung mitgegeben und für das Überleben im Sinne der Vermeidung von Gefahren sinnvoll.

"außer Kontrolle" geratene Angst - Angststörung

Zu Angststörungen zählen verschiedene Krankheitsbilder, denen gemeinsam eine andauernde Störung und Fehlsteuerung des Angst-Stress-Reaktionssystems zugrunde liegt. Bei Angststörungen sind die Angstreaktionen nicht mehr angemessen und führen zu erheblichen Beeinträchtigungen und Belastungen der Betroffenen. Das Problem besteht zudem darin, dass bei Angststörungen die Angst eine Eigendynamik entwickelt, welche die Störung permanent aufrechterhält und letztendlich nichts mehr mit »Realängsten« zu tun hat. Nicht nur die Angst in nicht wirklich gefährlichen Situationen ist unangemessen übersteigert (»Angstanfälle«, »Panikattacken «), auch die ausgeprägte Erwartungsangst (»Angst vor der Angst«) führt zu einer eingeschränkten Lebensführung und meist zu emotionalen Folgeproblemen.

PeP, Psychotherapie, Klopftherapie, Dr. Michael Bohne, Susanne Bölling
Psychotherapie mit PEP

Panikattacke - Angst vor der Angst

Charakterisiert durch wiederkehrende, unerwartete und für die Betroffenen nicht erklärbare Angstattacken und später auch Erwartungsangst (Angst vor der Angst)

Die Attacke setzt unvermittelt ein und steigert sich in wenigen Minuten zu ihrem Höhepunkt

Dabei kommt es zu charakteristische Symptomen:

  • Herzklopfen oder Herzrasen,
  • Atemnot oder Kurzatmigkeit
  • Brustschmerzen
  • Erstickungsgefühle und Schwindel
  • häufig die Angst, verrückt zu werden
  • die Kontrolle zu verlieren oder einen körperlichen Zusammenbruch zu erleiden
  • bis hin zur Todesangst

Agoraphobie - Angst vor Angstanfällen/Hilflosigkeit und ihre Konsequenzen

Die Angst vor oder das Vermeiden von Orten oder Situationen.

Den Betroffenen erscheint dabei eine Flucht im Falle des Auftretens panikähnlicher oder potenziell

gefährlicher Körperreaktionen schwierig oder sie gehen davon aus, dass in diesen Situationen

keine Hilfe verfügbar wäre.

Typisch angstauslösend sind z. B.

  • öffentliche Plätze
  • Menschenmengen,
  • das Anstellen in einer Warteschlange
  • Reisen im Bus, Zug oder Auto
  • alleine außer Haus zu sein

 

Die Agoraphobie führt ähnlich wie die Panikstörung, mit der sie häufig gemeinsam

auftritt, zu zumeist dauerhaften zunehmenden Einschränkungen in der Lebensführung.

Die Vermeidung bestimmter Situationen kann etwa die Möglichkeiten der Betroffenen beeinträchtigen,

zur Arbeit zu fahren oder Haushaltspflichten zu übernehmen.

Generalisiert Angststörung - Gefühl drohenden Unheils

Gekennzeichnet durch langandauernde (mindestens 6 Monate),  exzessive Ängste, Sorgen und Anspannungsgefühle (Gefühl drohenden Unheils). In der Regel auf eine Vielzahl von Lebensumständen, Alltagssituationen und gewöhnliche Probleme bezogen.

Charakteristisch:

  • keine Kontrolle mehr über die Dauer und Häufigkeit dieser Sorgen und Empfindungen
  • anhaltendes Muster von oft kurzzeitig wechselnden kognitiven, motorischen und vegetativen Symptomen

wobei ein erhöhtes Erregungsniveau in Körper und Psyche dominiert z. B.

  • Schlafstörungen,
  • nervöse Anspannungsgefühle
  • Reizbarkeit

Soziale Phobie - Angst vor negativer Bewertung (Ablehnung) durch andere

Anhaltende Angst- und Vermeidungsreaktionen, die durch die tatsächliche oder befürchtete

Konfrontation mit bestimmten Arten von sozialen- oder Leistungssituationen ausgelöst.

Die Betroffenen erleben bei tatsächlicher oder bevorstehender Konfrontation mit den befürchteten

Situationen Angstreaktionen, die sich bis zur Panikattacke entwickeln können.

Typische Auslösersituationen sind z. B.

  • sich in Gegenwart anderer zu äußern
  • vor anderen zu sprechen
  • vor anderen zu essen
  • vor anderen zu schreiben
  • an Veranstaltungen, geselligen Kontakten oder Prüfungen teilzunehmen

Die Betroffenen weisen deutlich ausgeprägtes Leiden und/oder massive Einschränkungen in ihrer beruflichen und sozialen Leistungsfähigkeit auf und sind in der Lage zu erkennen, dass ihre Angst

übertrieben oder unbegründet ist. Somit ist die soziale Phobie von häufig anzutreffender einfacher

»Schüchternheit« abzugrenzen. Sie tritt zumeist in generalisierter, also fast alle sozialen Situationen

umfassenden Form auf, kann aber auch isoliert vorkommen (Bühnenangst, Prüfungsangst).

Spezifische Phobie - Angst vor den Folgen infolge der Konfrontation mit dem phobischen Objekt

Eine dauerhafte, unangemessene und intensive Furcht und Vermeidung von spezifischen Objekten oder Situationen

Ausgenommen sind Furcht vor plötzlichen Angstanfällen (Paniksyndrom) und vor sozialen

Situationen (Sozialphobie).

Die häufigsten Phobien betreffen:

  • Tiere (z. B. Spinnen, Schlangen, Hunde, Ratten)
  • Höhen, das Fliegen
  • zahnärztliche Behandlung
  • enge Räume 
  • der Anblick von Blut, Verletzungen oder Spritzen

Bei Phobikern sind diese weit verbreiteten Ängste so stark, dass sie die normale Lebensführung

beeinträchtigen und ausgeprägte Leidenszustände verursachen.

Konfrontation mit den spezifischen Gegenständen und Konstellationen löst fast immer eine sofortige Angst aus. Kommt es zu keiner vollständigen Vermeidung, kann die angstbesetzte Situation – allerdings unter extremer Angst–ertragen werden.

Die zentralen Befürchtungen betreffen typischerweise direkt mögliche vom phobischen Objekt ausgehende Gefahren (z. B. Flugzeugabsturz, Hundebiss).