Das innere Team - das innere Chaos

Vom Chaos zum Team oder, der Blick auf die inneren Persönlichkeits-Anteile

Der Mensch hat verschiedene viele Persönlichkeits-Anteile. Oder eine große Gesellschaft zu kontrollieren!

 

Da sind Momente voller Mut, schon allein der Moment, wenn Sie sich psychotherapeutische Hilfe ins Boot holen. In andere Situationen, da sind Sie sehr genau und perfektionistisch, auch mal unsicher, ratlos, verzweifelt oder Sie reagieren auf feinste Stimmungen. Ein andermal erleben Sie sich auch fröhlich, spontan, locker, herzlich, voller Leidenschaft oder auch mal genervt, aggressiv und verärgert.

 

Ziel ist es, diese verschiedenen Aspekte Ihrer Selbst wahr zu nehmen und sich diese gewissermaßen zunächst als eigenständige Persönlichkeit zu sehen und zu akzeptieren. Dem Anteil eine Stimme geben, mal zuhören.

  • Einen inneren Kritiker bzw. Richter – Ein Anteil, der das, was wir tun, kritisch betrachtet und die uns oft über die Gebühr kritisiert. Wie ein Elternteil (oder das Über-ICH) und immer kritisiert.
  • Eine/n Träumer/in – Ein Anteil, der phantasievoll ist und Spaß daran hat, sich alles Mögliche /Unmögliche auszudenken. Vielleicht auch der Anteil in Ihnen, die Ihren Lebenstraum wie einen Schatz hütet.
  • Einen Chef oder Ansager – Ein Anteil, die allen sagt, wo es lang geht.
  • Eine Kämpferin oder einen Ritter – Ein Anteil, der dafür sorgt, dass Dir keiner zu nahekommt und Dich verletzen kann.
  • Einen Spaßmacher oder Hofnarren – Ein Alleinunterhalter und Witzeerzähler, der nie wirklich ernst sein kann.
  • Eine Kauffrau/ein Kaufmann oder Buchhalter – Ein Anteil, die z.B. sehr genau nachrechnet, wer Ihnen was schuldet und wem Sie etwas schuldet. Sie will dafür sorgen, dass Sie nur nicht zu kurz kommen und alles korrekt läuft.
  • Einen Angsthasen – Eine sehr furchtsamer Anteil, für den einfach alles gefährlich erscheint.
  • Eine/n Kontrolleur/in – Jemand der nie die Zügel aus der Hand gibt, alles unter Kontrolle hält.
  • Ein inneres Kind oder auch mehrere – Das sind meist sehr verletzliche Teile in uns, die dem ähneln, wie wir als Kind waren (in mehreren verschiedenen Altersstufen). Unsere inneren Kinder sind liebebedürftig und suchen Schutz, können aber auch sehr lustig und kreativ sein

Diese minimale Aufzählung ist nicht vollständig geschweige denn ausführlich in der Beschreibung. Sie soll Ihnen nur eine Idee davon geben, was da alles in Ihnen “da ist”. Deutlich wird aber schon bei den kurzen Beschreibungen, dass uns alle diese Anteile auf ihre ganz spezielle Weise beeinflussen.

 

Die Motivation unserer Teilpersönlichkeiten kennen lernen und respektieren

Irgendwann in unserer Lebensgeschichte entwickelt sich einzelne dieser Anteile stärker oder dominanter in uns aus, weil es zu dem jeweiligen Zeitpunkt hilfreich oder nötig war, das sind unsere so genannten Anführer. „So bin ich“ Andere wiederum werden völlig verdrängt, weil sie ganz und gar nicht dienlich waren. „So sieht mich keiner mehr!“ oder „So bin ich nicht“

Wer z.B. in einer feindseligen Umgebung aufwuchs oder sich sehr oft körperlich durchsetzen musste, um selbst keinen Schaden zu nehmen, könnte einen inneren Kämpfer entwickelt haben, der den Mut hat, sich gegen die Angreifer zu stellen. Oder er hat einen sehr misstrauischen dominanten Anteil als schützend erlebt. Ein anderer hingegen wird in einer ähnlichen Situation vielleicht einen „Clown“ entwickeln, der die Angreifer mit Witzen und coolen Sprüchen beeindruckt.

 

Meistens zeigen/ergeben sich dabei unterschiedliche Teams.

 

Nicht immer arbeiten alle Teams harmonisch miteinander. Verdrängte Anteile übernehmen in unserem Leben selten oder nie die (sichtbare) Führung. Vielleicht hat sich ein unbewusster Glaubenssatz in der Person gebildet der heißt: "Lieber tue ich gar nichts mehr als etwas Falsches". Solch ein verdrängter Anteil hat meist in der Tiefe die Absicht, einen sehr verletzlichen oder verletzten Teil von uns zu schützen: ein Inneres Kind.

In der Therapie/im Coaching beschäftigen Sie sich daher hauptsächlich mit sich selbst, lernen über sich selbst, z. B. folgendes:

  • welche Anteile es bei Ihnen gibt
  • welche Eigenschaften haben die einzelnen Anteile
  • (z.B. dominant, schüchtern, destruktiv, gleichgültig, rebellisch, …)
  • welche Chancen, Ressourcen, Verbote, Grenzen der jeweilige Anteil hat
  • wie sich die Anteile untereinander verhalten (gegeneinander, verstärkend…)
  • was sagen diese Anteile typischerweise?
  • wo liegen die Stärken und Schwächen

Wichtig:

Jeder Anteil hat seinen Sinn und seine Daseinsberechtigung. Keinen von diesen Anteilen kann einfach abgeschafft oder wegtherapiert werden. Es geht darum, die einzelnen Anteile anzuerkennen und zu akzeptieren. Dann ist es sinnvoll, die einzelnen Anteile größenmäßig neu zu verteilen oder vernachlässigten Teilen mehr Aufmerksamkeit zu schenken.